Gotsangpa Cave

Hemis, 18.7.2018

Schon im frühen 13. Jahrhundert meditierte Gotsangpa in verschiedenen Höhlen in der Nähe von Hemis. Er gründete in dem Gebirgstal, das sich von Hemis aus noch weiter in die Berge hinauf zieht, eine Einsiedelei. Sie existiert noch heute und wird Gotsang genannt. Wie weit es denn sei bis dorthin, fragte ich einen alten Mönch aus Hemis, der gerade seine Runden um einige Stupas drehte.

15 Minuten, meinte er. Auf Ladakhi, aber daran lag es nicht, da kann man nicht so viel falsch verstehen. Ich rechnete mal vorsichtshalber mit dem Doppelten und machte mich auf den Weg. Vorbei an einer Felsformation, die vielleicht auch einmal als Meditationshöhle genutzt wurde.

Aber das war noch nicht das Ziel. Dahinter ging der Weg weiter, immer höher hinauf in einem engen Tal. Ganz oben sieht man schon die Einsiedelei. Aber das heißt nicht, dass man auch schon bald dort ist.

Der Blick zurück auf eine schon ziemlich jenseitig anmutende Landschaft…

Das letzte Stück wurde noch ziemlich kräfteraubend. Wer weiß, wie gut ich am Berg unterwegs bin, kann sich das ungefähr vorstellen. Aber jetzt umkehren kam auch nicht mehr infrage. Nicht einmal für mich.

Also weiter…

Schon fast da.

Ein erstes Einsiedler-Gebäude…

Bis zu den anderen ist es schon noch ein Stück. Zu dem Zeitpunkt war ich schon ca. eine Stunde unterwegs.

Oben angekommen! Mittlerweile fand ich das fast etwas unspektakulär, halt wieder so ein Gebäude im Stil der Klöster von Ladakh. Ich war aber vielleicht auch nicht mehr so richtig urteilsfähig, von der Höhe und dem Bergaufgehen.

Außerdem war alles geschlossen und niemand schien da zu sein. Nachdem ich mich ein wenig umgeschaut hatte, kamen aber doch Rufe aus einem Gebäude vom Hang gegenüber, und auf einmal war ein junger Mönch da, der das Gebäude aufsperrte.

Drinnen dann doch eine gewisse Überraschung. Die Meditationshöhle des Gotsangpa, in kitschigen Farben geschmückt zwar, aber insgesamt schon stimmungsvoll und etwas Besonderes.

Trotz Einsiedlertums war der Mönch bereit, ein Foto von mir zu machen. Schon komisch irgendwie, da ist man so lange unterwegs, ganz allein, und auf einmal sind da doch Menschen. Zum Schluss bekam ich sogar noch eine Einladung zum Tee herübergerufen vom Gegenhang. Aber ich wollte unbedingt noch bei Tageslicht nach Hemis zurückkommen, daher musste ich ablehnen.

Auf dem Rückweg…

Der Abstieg war ja, wie immer, kein Problem und sehr schön. Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, warum sich jemand gerade dieses Tal für eine Einsiedelei ausgesucht hat.

4 Gedanken zu „Gotsangpa Cave

    1. Susanne Autor

      Nein, das glaube ich nicht. Der Hausherr von meinem Homestay hat mir nachher (!) gesagt, dass er 45 min. braucht, um hinaufzugehen. Und er ist jünger als der Mönch, der schon um den Stupa herum nicht so flott unterwegs war.

      Antwort

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