Archiv der Kategorie: Allgemein

Ein Kreis schließt sich

Leh, 31.7.2018

Ein Monat in Ladakh neigt sich dem Ende zu. Während meiner Zeit hier in Leh ist eine Bewohnerin des Hauses (die Großmutter der Familie) gestorben, ein neuer Bewohner (ihr Enkel) ist auf die Welt gekommen, und das innerhalb von nur ein paar Tagen.

Heute habe ich einen Artikel über Dankbarkeit gelesen, sie ist sehr wichtig für den Zusammenhalt in sozialen Gruppen. Aber nicht in jeder Gesellschaft gibt es ein Wort dafür, nicht, weil es sie dort nicht gibt, sondern weil sie als so selbstverständlich erachtet wird, dass man gar nicht darüber redet. Ich möchte das doch ein wenig tun.

Abends bin ich heute noch einmal zum Shanti-Stupa hinaufgegangen, viel müheloser als noch vor ein paar Wochen. Dort oben herrscht immer eine heitere Stimmung, die Leute freuen sich über den Ausblick, lachen und machen unzählige Fotos.

Ein wunderschöner Abschluss – er hat mir bewusst gemacht, dass ich sehr dankbar bin, dass ich so lange hier sein und mich einem Thema widmen konnte, das mich sehr interessiert. Das war oft anstrengend, ich hatte immer im Hinterkopf, was ich noch alles herausfinden wollte bzw. sollte, und habe fast jeden Tag meine Aktivitäten danach ausgerichtet. Nicht alles ist mir dabei gelungen, aber ich habe viele Bausteine zusammengetragen und kann wohl zufrieden sein.

Dankbar bin ich auch für die Segnungen des Internets, das – sofern gerade vorhanden – meinen „Draht“ nach Hause dargestellt hat, mich aber auch mit Menschen in den verschiedensten anderen Ländern verbunden hat.

Dankbar bin ich ganz besonders für die Leute hier, die mir ein Stück ihrer Welt eröffnet haben, sei es, weil sie mich in ihrem Wohnzimmer schlafen ließen, meine Fragen geduldig beantworteten oder einfach etwas aus ihrem Leben erzählten. Die besten Dinge davon sind ungeplant geschehen, wie das folgende Foto beim Shanti-Stupa. Ich kannte die Familie gar nicht.

Das ist wohl das perfekte Abschlussfoto.

Noch eine Großveranstaltung

Choglamsar, 30.7.2018

Nach mehreren Verschiebungen begannen heute doch die angekündigten Teachings des D. L. in Choglamsar.

Auf dem Hinweg gibt es allerhand zu kaufen, Nützliches wie Sitzpolster oder Decken, aber auch weniger Nützliches.

Das Gelände ist dasselbe, auf dem auch Kalacakra 2014 und die Feier anlässlich des Geburtstages, über die ich vor einigen Wochen berichtet habe, abgehalten wurden.

Es ist sehr voll, fast wie bei Kalacakra.

Natürlich sind auch viele Mönche und Nonnen hier.

Ohne Schirme wäre es in der Sonne kaum erträglich.

Wie bei solchen Veranstaltungen üblich, wird Tee ausgeschenkt.

Zum Schluss gehen noch viele in den kleinen Tempel auf dem Gelände.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz ist natürlich sehr viel los. Ich fahre mit einem der Busse zurück, die extra für die Veranstaltung zwischen hier und Leh pendeln. Der ist gesteckt voll, und auf der Straße ist ein ziemlicher Stau.

In Leh führt der Weg von der Bushaltestelle zum Main Market durch den Basar.

Homestay

27./28. 7. 2018

Die letzten zwei Tage habe ich wieder in dem kleinen Dorf verbracht, diesmal bei einer anderen Gastfamilie.

Gegen Abend wird noch auf dem Feld gearbeitet, die Kinder sind auch dabei.

Da die Familie, die ich schon kenne, Verwandtenbesuch und daher keinen Platz hat, vermitteln sie mir eine Übernachtungsmöglichkeit in einem anderen Haus. Das geht alles sehr unkompliziert.

Und schon sitze ich wieder in einer Küche. Vor dem Abendessen zeigt mir der sehr nette Großvater des Hauses aber noch den kleinen Tempel („Gompa“) im Dorf. Der steht ganz oben am Berg, rechts im Bild.

Der Tempel ist Avalokiteśvara geweiht, das ist der mit den vielen Armen. Rundum in den Vitrinen sind Tara-Figuren.

Ein paar Leute sitzen vor Sonnenuntergang noch zusammen und unterhalten sich.

Abends gibt es Thukpa, das ist eine sehr gehaltvolle Suppe mit Teigwaren und Gemüse. Die Nudeln werden selbst gemacht.

Ich brauche glücklicherweise nur zuzuschauen.

Der kleine Bub hat allerhand gute Ideen, während die Oma arbeitet.

Fertig: Thukpa, mit einem grünen, spinatartigen Gemüse.

Schmeckt gut, dazu trinkt man gesalzenen Buttertee. Langsam gewöhne ich mich daran.

Mein Schlafzimmer…

Und der Eingang dazu, hinter dem Vorhang…

Morgenblick…

Was sich in diesem idyllischen Gebäude verbirgt, darf man 1x raten. Rechts modern, links „local“. Letztere ist bestimmt die ökologischere Variante.

Zurück nach Leh geht es mit dem Bus, der tatsächlich jeden Nachmittag fährt. Nun weiß ich es ja schon und habe keinen Stress mehr damit.

Wieder in der „Großstadt“ (es kommt einem wirklich ein wenig so vor)…

Institut-Tee-Thikse

23.7.18

Nachdem am Institute of Buddhist Studies in Choglamsar, wo ich etwas wegen meiner Arbeit gebraucht hätte, gerade Ferien sind, habe ich spontan entschlossen, von dort aus mit dem Bus nach Thikse zu fahren.

Das Fragen nach der Busstation endete damit, dass ich zum Tee in ein Lokal eingeladen wurde, von einer traditionellen tibetischen Ärztin, wie sich im Gespräch herausstellte, die an dem Institut unterrichtet. Sie erzählte über ihre Arbeit, das Brückenschlagen zwischen traditioneller Medizin und Schulmedizin und die Veränderungen in der Gesellschaft, sehr interessant. Am Ende begleitete sie mich noch zur Busstation.

In Thikse hatte ich diesmal Zeit, alles in Ruhe anzuschauen. Letztens war ich ja in der Gruppe unterwegs, da ist das anders. Ein Mönch, den ich etwas fragen wollte, war nicht da, also hatte ich unerwarteterweise wirklich „frei“.

Das ist der Blick von „ganz oben“, vom Dach des Klosters Thikse, in Richtung Norden, ins Industal hinein. Wenn man in diese Richtung weiterfährt, kommt man nach Leh.

Unerwarteterweise geriet ich auch in das Fotoshooting einer Gruppe indischer TouristInnen hinein. Ich bin nun auf vielen von deren Gruppenfotos drauf. Als Gegenleistung habe ich auch Fotos von mir bekommen. Lichtmäßig nicht ganz ideal, aber es begann dann auch bald zu regnen.

Maskentänze in Takthok

22.7.18

Manche Tage verlaufen ja anders als gedacht. Und das ist nicht unbedingt schlecht. Die Cham-Tänze hatte ich einfach vergessen; mein Handy-Kalender hat mich beim Aufstehen daran erinnert. Also umdisponiert und nach Tagthok gefahren, reichlich spät. Irgendwie ist sich dann aber doch noch alles ausgegangen.

Fast so etwas wie volksfestartige Stimmung beim neuen Kloster von Takthok: diverse Marktstände, Leute machen Picknick…

Die Tänze sind schon voll im Gange, als ich hinkomme.

Es ist schwierig, das Geschehen fotografisch einzufangen.

So werden Babys hier oft getragen.

Ende der Vorführung…

Takthok – ein Kloster am Felsen

22.7.2018

Ziemlich weit weg von Leh und auf einer (noch immer) schlechten Straße zu erreichen, liegt das Kloster Takthog.

Es ist direkt an den Felsen an- bzw. hineingebaut.

Tagthog ist das einzige Nyingma-Kloster in Ladakh. In dieser Höhle, die in den Klosterkomplex eingebunden ist, soll Padmasambhava meditiert haben. Er wird hier als ein „zweiter Buddha“ verehrt und als der, der den Buddhismus nach Tibet gebracht hat.

An der Decke kleben lauter Geldscheine, die Pilger hier hinterlassen haben.

Im Klosterhof…

Blick ins Umland…